Hermann Arndt - Motivation
Plötzlich wird Vergangenheit lebendig...
Die Ausmaße des Zweiten Weltkrieges kann unsere Generation nur noch sehr gering nachvollziehen und einige lässt es sogar
kalt.
Vielleicht begegnen die Wenigen diesem Thema nur so gleichgültig, weil sie es als Pflicht ansehen, den jeweiligen
Unterrichtsstoff stupide zu
erlernen.
Wird es aber nicht interessanter, faszinierender und anschaulicher, wenn man ein "Stück lebende Geschichte" vor sich in greifbarer Nähe zu sitzen hat,
es betrachten und befragen kann?
Plötzlich wird die Vergangenheit lebendig und das menschliche Schicksal, welches wir nur aus Büchern kennen, wirkt persönlicher.
Hier in unserer Schule haben wir die Gelegenheit dazu: Hermann Arndt, auch bekannt als Zvi Aharoni, ehemaliger Schüler des Friedrichsgymnasiums
stellte sich interessierten Schüler.
Heute ist er fast allen an unserer Schule bekannt, doch vor einigen Jahren, als die Schüler mit den ehemaligen Absolventen des Friedrichsgymnasiums
in Kontakt traten, waren dieser zurückhaltende Mensch, seine Erlebnisse und seine Taten ein Geheimnis.
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Erst nach und nach erfuhren wir mehr über seine bewegte Vergangenheit: Hermann Arndt wurde am 6.2.1921 in Frankfurt (Oder) geboren und besuchte
das Friedrichsgymnasium.
Doch die letzten Jahre in der Schule waren für ihn alles andere als angenehm.
Hermann Arndt war einer von den zwei jüdischen Schülern in seiner Klasse.
Sie wurden ständig schikaniert, beleidigt und gedemütigt.
1935 zog die Familie nach Berlin um und Hermann verließ die Schule mit einem schlechten Eindruck und schrecklichen
Erfahrungen.
Im Mai 1937 starb der Vater.
Ein Jahr darauf verließ die Familie Berlin und damit begann die Flucht.
Die Reise ging über Holland, England, Frankreich, Italien und das Ziel war Palästina (Ankunft: 19.9.1938), wo sich sein älterer
Bruder aufhielt.
Während seines Aufenthaltes in Palästina nimmt er den hebräischen Namen Zvi Aharoni an, erlernt die hebräische Sprache
und heiratet 1941.
Während der Kriegszeit kämpfte Aharoni in der Britischen Armee in Ägypten, Österreich und Italien.
Im Jahre 1947 nahm er ein Architekturstudium auf.
Wenige Wochen danach trat er in die israelische Armee ein und 1960 in den israelischen Geheimdienst Mossad, der sich auf die Jagd nach ehemaligen
Nazis spezialisiert hatte.
Einsatzort für Aharoni war unter anderem Buenos Aires in Argentinien.
Am 11. Mai 1960 entführten er und eine Gruppe von Agenten den "Endlöser der Judenfrage" und Schreibtischmörder Adolf Eichmann.
Eichmann wurde gekidnappt und nach Israel überführt, wo er 1961 zum Tode verurteilt wurde.
